Zur Person
Ursula Spuler-Stegemann wurde 1939 geboren. Sie studierte Orientalistik, Vergleichende Religionswissenschaft, Semitistik (u.a. Arabisch, Persisch und Türkisch) und Germanistik. Sie ist Honorarprofessorin an der Philipps-Universität in Marburg. Dort lehrt sie an den Fachbereichen „Gesellschaftswissenschaften und Philosophie“ und „Fremdsprachliche Philologien“ (Orientwissenschaft, Türkisch). Außerdem lehrte sie am Fachbereich Evangelische Theologie Religionsgeschichte mit dem Schwerpunkt Islam. Als Sachverständige berät sie politische Institutionen und war Mitglied der Ökumenischen Kammer der Landeskirche Kurhessen-Waldeck.
Hier äußert sie sich in einem Interview mit der WELT:
WELT ONLINE: Wir erfahren sehr viel über Christen, die Moslems geworden sind, hören aber wenig über Moslems, die zum Christentum gefunden haben. Woran liegt das?
Spuler-Stegemann: Zunächst daran, dass der Abfall vom Islam als abscheuliches Verbrechen gegenüber der Umma, der Gemeinschaft der Gläubigen, und als unvergebbare Sünde gilt. Konvertiten zum Christentum werden auch in Deutschland bedroht oder misshandelt. Wir haben – oder besser: der Islam – hat ein Gewaltproblem. Es darf in keinem demokratischen Land möglich sein, dass Menschenrechte, und die Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, mit Füßen getreten werden. Hier stehen die muslimischen Gemeinschaften in der Verantwortung!
WELT ONLINE: Islamischer Religionsunterricht – eine unendliche Geschichte. Nun gibt es seit einem Dreivierteljahr einen Ansprechpartner für den Staat: den Koordinierungsrat der Muslime. Dennoch geht es nicht voran. Warum?
Ursula Spuler-Stegemann: Der gordische Knoten ist tatsächlich noch nicht durchgeschlagen. Zum einen ist der Rat islamistisch orientiert, zum andern gibt es noch keine wirklich sachgemäße Lehrerausbildung, die unseren Grundgesetzvorstellungen entspricht.
WELT ONLINE: Im Koordinierungsrat ist aber auch die Ditib vertreten, der deutsche Arm der türkischen Religionsbehörde, die man eigentlich nicht als islamistisch einordnen kann.
Spuler-Stegemann: Sie hat als einzige der vier im Rat vertretenen Gruppierungen ein Vetorecht; das war der Preis für das Mitwirken. Aber die spannende Frage ist nicht nur, wohin der Rat tendiert, sondern wohin der türkische Staat tendiert. Es gibt schon gewisse Annäherungen der Ditib an die vom Verfassungsschutz beobachtete Vereinigung Milli Görush. Das muss uns besorgt machen. Dass sich die Ditib mit drei problematischen Verbänden zusammengetan hat – Zentralrat der Muslime, Islamrat, Verband der islamischen Kulturzentren–, das kann nicht ohne inhaltliche Annäherung abgegangen sein. Das macht mir Bauchschmerzen.
WELT ONLINE: Wie schätzen Sie die Rolle deutscher Konvertiten ein, die in den Verbänden eine gewisse Rolle spielen?
Spuler-Stegemann: Eigentlich könnten die eine Brücke sein, weil sie in unserem demokratischen System aufgewachsen sind. Aber oft genug erleben wir, dass gerade Konvertiten 150-prozentig zu ihrem neuen Glauben stehen.
WELT ONLINE: Die Kirchen bekennen sich ganz eindeutig zur Einführung von islamischem Religionsunterricht. Aus welchen Motiven wohl?
Spuler-Stegemann: Sie fürchten nicht zu Unrecht, dass eine Tendenz zu einem rein religionswissenschaftlichen Unterricht, wie er einigen vorschwebt, das Einfallstor zu einer Relativierung des klassischen christlichen Religionsunterrichts, nach den Grundsätzen der jeweiligen Religionsgemeinschaft, sein könnte oder dass er ganz aus dem Curriculum gestrichen wird. Das ist die Crux. Auf keinen Fall darf ein islamischer Verband den Unterricht übernehmen, wie in Berlin geschehen.
WELT ONLINE: Gigantische islamische Bauvorhaben in deutschen Großstädten sorgen für Schlagzeilen. Die Grundsatzfrage scheint noch nicht geklärt: Was ist eine Moschee: ein Gotteshaus oder ein Multifunktionsgebäude?
Spuler-Stegemann: Ob eine Moschee überhaupt als Gotteshaus bezeichnet werden kann, ist selbst innerhalb des Islam umstritten. Gar mancher Strenggläubige sagt, dass jeder Muslim an jedem Ort beten könne und man allenfalls für das Freitagsgebet Moscheen benötige. Aber es ist überhaupt keine Frage: Unsere Religionsfreiheit gestattet den Bau von Moscheen. Auffallend ist freilich, dass in jüngster Zeit große Moschee-Zentren gebaut werden – von manchmal ganz kleinen Vereinen. Der Gebetsraum ist nur ein kleiner, allerdings wesentlicher Teil. Teilweise entstehen zusätzliche Gebäude, so dass in der Tat der Eindruck einer islamischen Enklave und einer Parallelgesellschaft nicht von der Hand zu weisen ist. Und wir haben wenig verbandsunabhängige Moscheen.
WELT ONLINE: Wir haben es also meist mit Verbänden zu tun, die einen Islam vertreten, der nicht unbedingt politisch gewünscht sein kann?
Spuler-Stegemann: So ist es. Ich habe Probleme damit, wenn eine Moschee bewusst „Eroberermoschee“ (Fatih Camii) heißt oder „Hagia Sophia Moschee“ (Ayasofya Camii) als Symbol für die Eroberung von Byzanz 1453 und den damit verbundenen Niedergang Ostroms, also des christlichen Orients. Da greift man nicht zu hoch, wenn man sagt: Das kann eigentlich nur Programm sein! Diese Muslime wollen hier nicht nur ihre Präsenz zeigen, sondern sie auch verfestigen und ausweiten. Und wo der Minarettruf zu hören ist, da ist aus bestimmter muslimischer Sicht islamisches Terrain. Aber wir müssen natürlich auch an die Muslime denken, die vor dieser Auslegung des Islam hierher, zu uns, gekommen, ja geradezu geflüchtet sind. Sie brauchen auch eine Stimme.
WELT ONLINE: Moslemische Funktionäre sprechen von einer Hetze gegen den Islam. Einige vergleichen das sogar mit der Hetze gegen Juden.
Spuler-Stegemann: Das ist abenteuerlich! Unglaublich! Historisch nicht haltbar! Diese Opferrolle, in die sich Muslime hineinmanövrieren, verstehe ich nicht. Vor allem nicht angesichts der Medienpräsenz, die ihre Organisationen haben. Einer Instrumentalisierung unserer Geschichte muss auch seitens der Kirchen entgegengetreten werden, um das zu erreichen, was wir hierzulande am allernötigsten brauchen: eine Normalisierung im Umgang miteinander.
WELT ONLINE: Nicht zu leugnen ist freilich eine Islamophobie in Teilen unserer Gesellschaft.
Spuler-Stegemann: Schwarzweißmalerei gibt es, das bedrückt mich auch. Auf der anderen Seite haben wir es mit den Gutmenschen zu tun, den besonders Wohlwollenden. Und so schaukelt sich leider im Augenblick das Problem bedenklich hoch.
WELT ONLINE: Wir erfahren sehr viel über Christen, die Moslems geworden sind, hören aber wenig über Moslems, die zum Christentum gefunden haben. Woran liegt das?
Spuler-Stegemann: Zunächst daran, dass der Abfall vom Islam als abscheuliches Verbrechen gegenüber der Umma, der Gemeinschaft der Gläubigen, und als unvergebbare Sünde gilt. Konvertiten zum Christentum werden auch in Deutschland bedroht oder misshandelt. Wir haben – oder besser: der Islam – hat ein Gewaltproblem. Es darf in keinem demokratischen Land möglich sein, dass Menschenrechte, und die Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, mit Füßen getreten werden. Hier stehen die muslimischen Gemeinschaften in der Verantwortung!
WELT ONLINE: Was haben die Kirchen in der Auseinandersetzung mit dem Islam versäumt?
Spuler-Stegemann: Sie haben ihn zu lange ignoriert, haben nicht gemerkt, dass der Islam bei uns angekommen ist. Und dann haben sie gedacht, wir kommen nur gut miteinander aus, wenn wir uns ganz öffnen; das ist in brüderlicher und schwesterlicher Nächstenliebe, wenn auch manchmal etwas naiv, auch geschehen. Man hat nicht gefragt, welche Organisationen extremistisch sind oder ob die behauptete Verfolgung von Muslimen den Tatsachen entspricht. Man hat auf den Dialog gesetzt, ohne die kritischen Punkte anzusprechen. Und so lange man den christlichen Wertekanon auf den islamischen und vice versa den islamischen auf den christlichen überträgt, wird man unter falschen Voraussetzungen miteinander kommunizieren.
WELT ONLINE: Mit dem heftig diskutierten EKD-Papier „Klarheit und gute Nachbarschaft“ ist aber eine Wende eingetreten.
Spuler-Stegemann: Aber wenn man so viele Jahre schnurstracks wie auf einer Schiene gelaufen ist und nun bremsen oder zurückmarschieren will, so macht das Schwierigkeiten. Man konnte als kritischer Geist sagen, was man wollte, man war immer der Spielverderber. Tatsächlich ist die neue EKD-Handreichung eine deutliche Verbesserung gegenüber der vorausgegangenen. Doch die Gegenschrift – mit Beiträgen überwiegend christlicher Theologen – ließ nicht lange auf sich warten. Schon der Untertitel „Wie sich die EKD gegen den Islam profiliert“ ist in sich widersinnig.
WELT ONLINE: Es war volltönend von den drei abrahamitischen Religionen die Rede: Christentum, Judentum, Islam. Heute gehen Kirchenleute dazu auf Distanz. Hier hat sich doch etwas verändert?
Spuler-Stegemann: Aber noch nicht genug. Und man kann nicht eine Zentralgestalt oder Symbolfigur wie Abraham für einen Trialog in Anspruch nehmen und Gemeinsamkeit vortäuschen. Wir müssen sehen, dass wir wirklich zu einem streitbaren, kritischen Dialog mit dem Islam finden. Nur dies kann zu eine, Ziel führen. Wir dürfen uns nicht in Scheingemeinsamkeiten verstricken. Ob wir freilich mit den Vertretern der bestehenden Organisationen Brücken bauen können oder sollten, das ist die große Frage. Wir können diese Verbände nicht wegdrücken, sie sind da, aber wir müssen ernsthaft nach wirklich gleichwertigen liberalen Partnern suchen, mit denen wir gemeinsam die Zukunft gestalten können – sie gibt es; aber nicht dort.
WELT ONLINE: Ein dezidierter theologischer Dialog mit den bestehenden Verbänden scheint allerdings unmöglich. Oder?
Spuler-Stegemann: Ja. Ist denn Herr Köhler vom Zentralrat Theologe? Oder Herr Kizilkaya vom Islamrat? Den Organisationen fehlt das theologische Potenzial. Deshalb gilt unsere bescheidene Hoffnung den Professuren, die sich allmählich an unseren Universitäten etablieren.
Montag, 4. Februar 2008
Islam und Christen und v.v.
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Markus
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Freitag, 18. Januar 2008
Diskussion um Absage für den Papst: Was bedeutet Galileo für uns heute?
Die katholische Kirche und die Inquisition. Auch viele Christen schütteln darüber nur ungläubig den Kopf und sind froh, dass es einen Galileo Galilei gab, der der Kirche die Stirn geboten hat.
- Oder war es doch anders?
Hier ein Artikel aus der Zeitung "WELT":
Nicht Galileis Argumente waren ketzerisch. Verdammenswert war die blinde, rücksichtslose Überheblichkeit, mit der er sie ins Universum hinausposaunte. Ohne sich zu überlegen, was er damit, außerhalb seines akademischen Fachbereichs, anrichtete. Der Fall Galileo Galilei war schlimmer: Dieser verantwortungsloseste aller Wissenschaftler war im Begriff, die ganze Menschheit zu beschädigen.
Kaum war Galileo Galilei 1609 der grosse Scoop mit dem „nuncius sidereus“ gelungen, da stellte er schon das „von ihm erfundene Fernrohr“ hoch auf dem Campanile von San Marco in Venedig auf. Um ihn herum Venedigs Feldherrn. Stolz richtete er das Objektiv auf die Kriegs- und Handelsschiffe unten in der Lagune. Vor dem staunenden venezianischen Militär pries er die Vorzüge seiner angeblichen Erfindung mit folgenden Worten: „Auf dem Meere werden wir die Fahrzeuge und Segel des Feindes zwei Stunden früher entdecken, als er unser ansichtig wird. Indem wir so die Zahl und Art seiner Schiffe unterscheiden, können wir seine Stärke beurteilen, um uns zur Verfolgung, zum Kampf oder zur Flucht zu entschliessen. Ebenso lassen sich auf dem Lande die Lager und Verschanzungen des Feindes innerhalb seiner festen Plätze von entfernten, hochgelegenen Stellungen aus beobachten und auch auf offenem Felde zum eigenen Vorteil jede seiner Bewegungen und Vorbereitungen sehen und in allen Einzelheiten unterscheiden.“
Aufschlussreicher als das, was einer sagt, ist aber die Art, wie er es sagt. „Wir werden“, „wir können“, „wir unterscheiden“, „wir beurteilen“, das ist, obwohl aus Galileis Mund hoch auf dem Campanile von San Marco ertönend, nicht etwa der Plural majestatis. Es ist das "Wir" bedenkenloser und vorbehaltloser Anbiederung eines Wissenschaftlers mit dem Militär.
In Würdigung solchen militärischen Diensteifers verlieh der Rat von Venedig dem Florentiner auf der Stelle ein Jahresgehalt von tausend Gulden sowie einen Lehrstuhl für Mathematik auf Lebenszeit.
Ein epochaler Januskopf: Champion der Emanzipation der Wissenschaft aus kirchlicher Knechtschaft und Märtyrer moderner Geistesfreiheit, das ist, von vorn betrachtet, das schöne Gesicht der Kultfigur Galileo Galilei. Von hinten betrachtet aber ist dies die hässlichste aller akademischen Fratzen: ein Naturwissenschaftler, der übereifrig, skrupellos sein Wissen und seine Technik in den Dienst politischer Tyrannen stellt. Und ihrer Feldherrn.
Mit moralischen Urteilen war die Inquisition nie so voreilig wie die atheistische Moderne. In diesem exemplarischen Falle allerdings soll das Urteil einem deutschen Atheisten überlassen werden.
In seinen „Aufzeichnungen zum ‚Leben des Galilei’“ schreibt Bertolt Brecht: „Galileis Verbrechen kann als die ‚Erbsünde’ der modernen Naturwissenschaften bezeichnet werden.“ Und für alle jene, die etwas Mühe haben zu verstehen, fügt er hinzu: „Die Atombombe ist sowohl als technisches als auch soziales Phänomen das klassische Endprodukt seiner wissenschaftlichen Leistung und seines sozialen Versagens.“
Warum die Inquisition im Fall Galilei Recht hatte
Die Schande der Inquisition ist deshalb die Glorie Galileo Galileis. Mögen ihn die Foltermönche jenes unmenschlichen Tribunals einen Augenblick in die Knie gezwungen haben, so steht er doch für alle Zukunft aufrecht vor uns. In ihm verkörpern sich jene beiden Ideale, mit denen die Moderne die mittelalterliche Dunkelmännerei überwunden hat: Freiheit des Denkens und – untrennbar mit ihr verbunden – freie, unvoreingenommene Erforschung der Wahrheit. Nur hat Galileo Galilei nie in einem Kerker der Inquisition geschmachtet. Und nicht einen Augenblick wurde er gefoltert. Wohl wurde er „ad formalem carcerem“ verurteilt. Mit „Proforma-Gefängnis“ ist das bestens übersetzt. Selbst während jener wenigen Tage des Prozesses, die er, zuerst im Frühling, dann im Sommer 1633, im Palast der Römischen Inquisition verbringen musste, hat er nicht in einem Folterkeller bei Wasser und Brot gesessen. Der Fiskal, einer der höchsten Beamten der Römischen Inquisition, hat ihm eine ganze Flucht schöner Zimmer in seiner privaten Wohnung überlassen. Sein eigener Diener hat ihm dort den Tisch gedeckt – nicht aus dem Blechnapf, sondern aus der Küche der florentinischen Botschaft. Sie stand im Ruf, die beste von ganz Rom zu sein.
In diesem Jahr 1610, das bezeugen alle, befand sich Galileo Galilei in einem Zustand hochgradiger Erregung. Nicht nur innerlich, sondern auch in seiner äußern Art, zu reden und sich zu gebärden. Soeben hatte er ein kleines Heft mit dem Titel „sidereus nuncius“ veröffentlicht: „Der Sternenbote“. Das klingt nach harmlosem Almanach. Noch harmloser war die Auflage: 550 Stück. Doch zu Recht hat man die Wirkung jener winzigen lateinischen Druckschrift verglichen mit der Faszination, die Hunderte von Millionen Menschen im 20. Jahrhundert erfasst hat, als sie im Fernsehen Zeugen wurden, wie der erste Mensch auf dem Mond landete. Schon das Titelblatt versprach „magna, longeque admirabilia spectacula“. Das heißt auf deutsch: „große Sensationen“. Doch die eigentliche Sensation war absichtsvoll im Inneren verschlüsselt. Wer nur ein bisschen Latein konnte, der verstand, dass Galileo Galilei „perspicilli nuper a se reperti“ – mit dem „neulich von ihm erfundenen Fernrohr“ – den Beweis erbringe, dass nicht die Sonne sich um die Erde, sondern im Gegenteil die Erde sich um die Sonne drehe.
So berauscht war Galileo Galilei von seinem Triumphzug durch die römischen Salons, dass er eins nicht merkte. Wie leidenschaftlich auch das Rom des 17. Jahrhunderts dem Geniekult huldigte, etwas anderes machte den Römern noch größeren Spaß: so ein hochgefeiertes Genie zu verspotten. Wo immer sich vor ihm die Bewunderer sammelten, kicherten hinter ihm die Spötter: „Schaut, da kommt er, der das Fernrohr erfunden hat.“ Und sie zwinkerten einander zu.
In unbedachter Leidenschaft wählte er die Vorwärtsverteidigung. Bellarmin zum Trotz veröffentlichte er 1616 seinen „Diskurs über Ebbe und Flut“. Endgültig, trumpfte er auf, sei ihm jetzt gelungen zu beweisen, dass nicht die Erde, sondern die Sonne der Mittelpunkt des Universums sei. Die Gezeiten der Meere nämlich seien dafür der empirische Beweis. Die Inquisition schüttelte den Kopf. Italiens Astronomen schüttelten ebenfalls den Kopf. Dass Ebbe und Flut nicht von der Sonne abhangen, sondern, wie das Wohl und Weh der Frauen, vom Mond, weiß inzwischen jedes Kind. Damals wusste es schon jeder Astronom – und konnte es beweisen. Dringend, mündlich zuerst und zuletzt auch schriftlich, hatte Bellarmin Galilei ermahnt, er möge gewiss seine Forschungen weiterführen und seinen kopernikanischen Standpunkt ruhig weitervertreten, jedoch im Sinne einer noch beweisbedürftigen Hypothese. Galilei hat den Rat missachtet.
Erst ein halbes Jahrhundert später, hat sich – dank Newtons Entdeckung des Fallgesetzes – herausgestellt, dass Kopernikus recht hatte. Zur Hälfte jedenfalls. Denn auch er und mit ihm Galilei irrten in der Hypothese, die Sonne sei der Mittelpunkt der Welt. Es ist deshalb wohl doch zu hoch gegriffen, Galilei mit Archimedes zu vergleichen. Denn im Grunde ist Galileo Galilei im Jahr 1633 mit seinem holländischen Fernrohr so umgegangen wie Erich von Däniken im 20. Jahrhundert mit den Spuren der Außerirdischen im Urwald von Peru. Es ist ja durchaus möglich, dass Außerirdische uns besucht haben. Möglich auch, dass sie uns noch besuchen werden. Auch wenn es nicht so in der Bibel steht, darf dieser Hypothese wissenschaftlich nachgegangen werden.
Das militärische Debakel in Deutschland war schlimm genug. Ein biblisches Debakel konnte Urban VIII. sich jetzt nicht mehr leisten. Der ganzen Christenheit musste er dramatisch zeigen, dass nicht Sankt Peter in Genf, sondern Sankt Peter in Rom der Fels wahrer Bibeltreue war. Urban VIII. musste einem Galileo Galilei den biblischen Meister zeigen. Nicht eigentlich wegen Ketzerei wurde Galileo Galilei verurteilt, sondern – die Formulierung ist geradezu protestantisch – weil er Ansichten vertreten habe, die „der Heiligen Schrift zuwider“ seien.
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Markus
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18.1.08
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Sonntag, 18. November 2007
Fahrt zur Hölle - Highway to hell?
Der Teufel ist gesellschaftsfähig - das wissen wir alle. Aber wie sehr und was Menschen alles tun, um Erfolg zu haben ...
Schon AC/DC sang in "Highway to hell"
No stop signs, speedin' limit (Keine Stopschilder, Geschwindigkeitsbeschränkungen)
Nobody's gonna slow me down (Keiner bremst mich ab)
Like a wheel, gonna spin it (Wie ein Rad, werden wir es drehen)
Nobody's gonna mess me 'round (keiner wird mich veralbern)
Hey Satan! Paid my dues. (Hey Satan! Hast meine Schuld bezahlt.)
Playin' in a rockin' band (In einer Rockband spielen)
Hey Mama! Look at me (Hey Mama! Guck mich an)
I'm on my way to the promise land (Ich bin auf dem Weg ins verheißene Land)
Ein Ausstellung im Bremer Überseemuseum "All about evil" beleuchtet das.
Ein paar Ausschnitte aus Spiegel.de Fahrt zur Hölle:
Längst hat die Werbung den Pakt mit dem Teufel geschlossen. Und nicht wenige Unternehmen würden ihre Seele ebenfalls verkaufen, um mit dem ehemaligen Fürsten der Finsternis ihr Image aufzuwerten. Denn der Teufel - einst das personifizierte Böse - strahlt im Lichte seiner kapitalistischen Einvernahme längst hell und verführerisch. Auch wenn er jahrhundertelang als Schrecken der Menschheit galt, eines muss man ihm lassen: Mit seinen Hörnern, dem Schweif und der Farbe rot hat er ein verdammt gutes Corporate Design.
...
Eine hübsche Pointe verfeuert "All about Evil" gleich zu Beginn: Am Eingang sind kleine runde Spiegel so angebracht, dass der Besucher zunächst keine Monster-Fratzen erblickt, sondern das eigene Gesicht - wahrscheinlich die beste Antwort auf die Frage, woher das Böse kommt.
...
Unter dem Überbegriff "Dämonisierung des Feindes" sind Karikaturen aus verschiedenen Teilen der Welt zu sehen: Ein "jüdischer" Teufel auf dem Cover eines islamischen Buches, US-Präsident Bush als Heiliger Georg im Kampf gegen einen islamischen Drachen, Hitler als Satan, Luther als siebenköpfiges Monster.
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Markus
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18.11.07
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Dienstag, 13. November 2007
Braucht der Glaube noch die Theologie?
Brauchen wir als Christen heute noch Theologie?
Ja, vielleicht, aber bestimmt nicht die Universitätstheologie, oder??
Wenn man sich die theologische Landschaft heutzutage anschaut, dann könnte man zu dem Schluss kommen, dass uns die Theologie heutzutage mehr schadet als nützt.
Seit den 70'er Jahren haben wir soviel Quatsch und Käse gehört (auf den sich die weltliche Presse natürlich auch mit Begeisterung gestürzt hat) - von feministischer über natürliche und Erfahrungs-Theologie - um nur ein paar Beispiele zu nennen - war ja fast alles dabei, was der Mensch heute bieten kann, um sich den Glauben so hinzubiegen, dass er sich den eigenen Wünschen und Vorstellungen anpasst.
Dabei hat vielleicht mancher Christ aus den Augen verloren, dass die Theologie - auch die wissenschaftlich betriebene - absolut notwendig ist. Nur weil manche die Theologie für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, ist die Theologie an sich nicht schlecht.
Gerade in der heutigen Zeit, in der das Angebot religiöser Inhalte so groß ist wie nie zuvor, wird es immer wichtiger, sich darüber klar zu werden: Woran glaube ich? Was kann ich mit meinem Glauben vereinbaren?
Passen Glaube und Wissenschaft überhaupt zusammen (tun sie!)? Was ist mit Heilung? Evolution und Schöpfung?
Wenn nicht überzeugte Christen wissenschaftlich arbeiten und uns damit helfen, diese Fragen zu klären, dann klären das andere Leute für uns - nämlich das Fernsehen, die Zeitung, das Internet, ...
Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen: Wir brauchen das, was die Wissenschaftler Apologetik nennen: Die Fähigkeit, unseren Glauben mit Vernunft und Argumenten zu erklären und auch zu verteidigen. Wir dürfen es nicht zu einem "Anti-Intellektualismus" der Christen kommen lassen.
In 1. Petrus 3,15 steht: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“
Wesentlich weiterführende Gedanken findet man in einem Kommentar des Theologieprofessors Peter Zimmerling (Leipzig) bei IDEA.de Braucht der Glaube wirklich Theologie?
Ein Auszug daraus:
Das Beispiel vieler Pietisten im Dritten Reich zeigt: Selbst ein intensiver Glaube steht in Gefahr, vom Geist der Zeit überrollt zu werden. Es gibt eine Übermacht der Erfahrung, die jede kritische Distanz zu sich selbst auflöst und eine Selbstkorrektur unmöglich macht. Um dem Sog des Faktischen nicht zu erliegen, benötigt der Glaube die Theologie als kritische Instanz.
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Markus
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13.11.07
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Montag, 5. November 2007
EKD-Synode in Dresden
Ich habe heute morgen einen guten Vers gelesen:
2.Kor.10,7:
Schaut auf das, was vor Augen liegt. Wenn jemand überzeugt ist, Christus zu gehören, dann soll er doch auch bedenken, dass nicht nur er, sondern auch wir Christus gehören.
Wenn die EKD also eine "innere Reformation" plant, sollte uns alle interessieren, was da passiert.
Daher hier ein paar Gedanken vom Ratsvorsitzenden der EKD, Bischof Wolfgang Huber:
Die evangelische Kirche bejahe die freie Religionsausübung von Muslimen, dies sei in letzter Zeit besonders an der Frage des Moscheebaus zu verdeutlichen gewesen. Allerdings "schließt das Ja zum Bau von Moscheen die kritische Auseinandersetzung über den Ort und die Größe, die Gestaltung oder die Anzahl nicht aus", so Huber. Der Ratsvorsitzende warnte davor, kritische Äußerungen in diesem Zusammenhang mit islamophoben oder sogar rechtsextremen Einstellungen in Verbindung zu bringen. Er halte es zudem für unangebracht, evangelikalen Christen eine übertrieben islamkritische Meinung zu attestieren.
Grundlegend sei die kirchliche Bejahung der religiösen Pluralität und Religionsfreiheit. Zwar mache die EKD ihr "Ja zur freien Religionsausübung von Muslimen nicht von der Frage abhängig, ob islamisch dominierte Länder den dort lebenden Christen Religionsfreiheit gewähren und auch den Übertritt zum Christentum als Ausdruck der Religionsfreiheit achten". Jedoch trete die evangelische Kirche "nachdrücklich für die Religionsfreiheit als universales Menschenrecht ein", so Huber in seinem Bericht. "Wir finden uns nicht damit ab, dass es insbesondere Christen sind, die in der heutigen Welt unter Einschränkungen und Verletzungen dieses Menschenrechts zu leiden haben."
Huber wies zudem die Kritik des Koordinierungsrates der Muslime als auch von Seiten der Wissenschaftler zurück, die die Handreichung "Klarheit und gute Nachbarschaft" als einen Versuch der EKD gedeutet haben, sich "gegen den Islam zu profilieren". Muslime hatten insbesondere die Aussagen der Handreichung zur Mission kritisiert.
Vom Koordinierungsrat der Muslime wurde gefordert, die EKD solle das Verhältnis zum Islam in Entsprechung zum jüdisch-christlichen Verhältnis betrachten und damit auf Mission verzichten. Dem erteilte Huber eine deutliche Absage. Das Verhältnis zwischen Christen und Juden sei einzigartig, wie dies von der Synode im Jahr 2000 ausgedrückt worden sei. "Unsere Erwählung in Christus ist Erwählung durch denselben Gott, der sein Volk Israel erwählt hat", heißt es in der Kundgebung. Diese Einzigartigkeit der Beziehung zwischen Christen und Juden sei nicht auf den Dialog mit Muslimen übertragbar. "Es trifft deshalb nicht zu", so Huber, " wenn das Verhältnis zwischen Christen und Juden zur Begründung dafür herangezogen wird, dass man auch im Dialog mit Muslimen das Christusbekenntnis und damit das trinitarische Gottesverständnis zurücktreten lassen müsse." (...)
Huber nahm in seinem Ratsbericht zudem ausführlich Stellung zum "Schöpfungsglaube als Thema neuer weltanschaulicher Konflikte". Der Ratsvorsitzende wies dabei die Auslegung und Ansicht von sich, die Schöpfung habe sich so ereignet wie in der Bibel beschrieben. Glaube und Wissenschaft könnten nicht gegeneinander ausgespielt werden, wie dies unter den Begriffen "Kreationismus" oder "Intelligent Design" geschehe. "Dabei wird mit biblischen Texten in einer Weise umgegangen, als habe es die Entwicklung der Theologie insbesondere in ihrer durch die Reformation angestoßenen wissenschaftlichen Gestalt nie gegeben", so Huber. Die biblischen Schöpfungsberichte könnten nicht zu einer "quasiwissenschaftlichen Welterklärungstheorie" gemacht werden.
Unter Berufung auf Aussagen des Evolutionsbiologen Ulrich Kutschera meinte Huber, Kreationisten hätten die Absicht, dass in Schulen nicht die Evolutionstheorie, sondern eine biblische Weltanschauung gelehrt werde. Der Glaube an den Schöpfer werde so jedoch zu einer pseudowissenschaftlichen Weltanschauung. In diesem Zusammenhang sieht Huber eine grundlegende Herausforderung etwa durch Publikationen erklärter Atheisten. Der Evolutionsbiologe und Autor Richard Dawkins habe sich mit seinem Buch "Der Gotteswahn" an die Spitze einer Bewegung gesetzt, die die Religion als ein Weltbild kritisiere, das einem vorwissenschaftlichen Zeitalter angehöre und mit dem "Siegeszug des wissenschaftlichen Bewusstseins" zum Verschwinden komme. "Weil sich dieses Verständnis nicht von selbst einstellt, muss es durch einen weltanschaulichen Kampf vorangetrieben werden", so Huber.
"Der grundlegende Fehler in dieser Debatte liegt darin, dass der Schöpfungsglaube nicht als Thema des Glaubens, sondern des Wissens angesehen wird." Glaube verleihe dem Leben Sinn und richte sich auf die Wirklichkeit im Ganzen. "Unter Wissen dagegen ist in solchen Fällen das Erfahrungswissen zu verstehen, das wir mit den Mitteln von Beobachtung und Experiment erwerben", so der Ratsvorsitzende. Glaube und Wissen stünden damit jedoch nicht beziehungslos gegenüber und würden nicht voneinander getrennt. Doch die Bibel sei kein Naturkundebuch und gleichzeitig könne die Naturwissenschaft keine Aussagen über Gott machen.
Einer "kommenden Debatte" mit Evangelikalen über den Standpunkt der EKD zum Verständnis der Entstehung der Welt steht Huber gelassen gegenüber. Im Gegenteil, der Ratsvorsitzende befürworte eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Schöpfungsglauben.
aus Medienmagazin "pro" Islam oder Kreationismus: Kirche gibt sich "unverzagt und ohne Grauen"
Ich finde diese Gedanken überwiegend positiv und freue mich über die klaren Worte und auch Positionen, die Bischof Huber bezieht und eben nicht in ein Multi-Kulti-wir-glauben-doch-alle-an-den-gleichen-Gott verfällt.![]()
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Markus
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5.11.07
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Donnerstag, 1. November 2007
Das Institut für Glaube und Wissenschaft
Wer sich des Öfteren privat oder auch beruflich/schulisch mit wissenschaftlichen Themen und Glauben (Schöpfung/Evolution, Psychologie, etc.) beschäftigt, der hat unter der Adresse www.iguw.de des Marburger "Institutes für Glaube und Wissenschaft" eine gute Möglichkeit, gute Texte zu lesen und zu studieren.
Hier reihen sich namhafte Autoren und wissenschaftliche Autoritäten untern den Autoren und Rezensoren ein, die aus christlicher und wissenschaftlicher Sicht auf hohem Niveau gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen und Bücher kommentieren. Diese findet man in der Textsammlung.
Wenn man sich die Liste der Autoren einmal durchschaut und auch sieht, wie viele hochrangige und gut ausgebildete Wissenschaftler darunter sind, ist das ein klarer Hinweis darauf, dass es "die" Wissenschaft nicht gibt.
Viele wollen uns weismachen, dass "die" Wissenschaft ein einheitliches Gebilde ist, wo ein Superhaufen schlauer Leute den Glauben an Gott schon längst objektiv widerlegt hat.
Aber in der Wissenschaft selbst gibt es genug unterschiedliche Sichtweisen und Interpretationen der gleichen Fakten. Es gibt dort viel mehr Christen, als viele wahr haben wollen. Und deshalb sollte sich keiner weismachen lassen, dass wir als Christen in der Defensive stehen und gegen einen übermächtigen und unüberwindbaren, weil einheitlichen, Gegner einen aussichtslosen Kampf kämpfen.
Der Atheismus (und mit ihm die Evolutionstheorie) ist genauso eine Religion und erfordert mehr Glaube als es der christliche tut.
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Markus
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1.11.07
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Mittwoch, 31. Oktober 2007
Evangelikale Bewegung in den USA wird immer bunter
Auch ich habe längere Zeit gedacht, dass die Evangelikalen in den USA es ja ein wenig übertreiben. Vor allem das religiöse Gehabe eines amerikanischen Präsidenten ging mir ziemlich auf den Zeiger.
Aber ich bin einem Trend aufgesessen, der immer stärker wird: Alles in einen Topf zu werfen. Und außerdem sollten wir uns als Christen nicht auseinander dividieren lassen.
Die Evangelikalen in den USA sind weit mehr als das, was uns die Schreiber aller möglichen Feuilletons weismachen wollen. Die verfahren nach der beliebten Journalisten-Weise, wenn einem etwas nicht passt:
Greife die Extreme und Randerscheinungen heraus, ziehe es professionell ins Lächerliche und schon ist das ganze Thema für die meisten Leser abgehakt.
In den letzten Jahren hat sich bei uns sowieso eine USA-Feindlichkeit breit gemacht, die - bei aller Klarheit amerikanischer Politik-Fehler - übertrieben ist. Und da werden sie die "konservativen, ewig-gestrigen, bei Harry-Potter-Büchern-Schrei-Anfälle-bekommenden Evangelikalen" gleich mit verhackstückt. Das passt vielen Kräften und Strömungen unserer Gesellschaft gut ins Bild.
Zum Glück gibt es auch bei uns Menschen, die diese Masche durchschauen und auch dagegen angehen.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe (Neuss), der auch dem Rat der EKD angehört, äußerte den Wunsch, dass man in Deutschland zu einem differenzierten Bild der US-Evangelikalen gelange. Man solle aufhören, die evangelikale Bewegung zu dämonisieren, wie dies vor allem aufgrund ungeschickter Äußerungen von US-Präsident George W. Bush nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in Mode gekommen sei. Deutschland habe die Religion als Thema der Politik zu lange ignoriert. Gröhe: „Die Gottvergessenheit galt bei uns lange Zeit als Ausdruck von Aufgeklärtheit.“ Mittlerweile werde immer deutlicher, dass, „wer keine Ahnung von Religion hat, die Welt nicht versteht“, so Gröhe. Das zeige sich nicht nur in den USA, sondern auch in Russland, Indien und vielen islamischen Ländern.
aus IDEA.de Evangelikale Bewegung in den USA wird immer bunter![]()
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Markus
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31.10.07
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„Hassprediger“-Vorwurf: Einstweilige Verfügung gegen Beck
Volker Beck wurde vom Landgericht Köln gerichtlich untersagt, Kardinal Meisner als "Hassprediger" (siehe Blog vom 29.10.07) zu bezeichnen.
Beck hatte seine Äußerungen zuvor bedauert, blieb aber bei seiner inhaltlichen Kritik.
Die Bundestagsfraktionschefin der Grünen, Renate Künast, rief ihre Partei zur Mäßigung auf. Persönliche Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit machten keinen Sinn, sagte Künast dem „Rheinischen Merkur“. Künast forderte von Beck, er „sollte schauen, dass er jetzt das Gespräch mit der katholischen Kirche sucht“.
Im Gegensatz zu Künast und Bütikofer forderte der nordrhein- westfälische Landesvorsitzende der Grünen, Arndt Klocke, auch von den eigenen Spitzenleuten „scharfe und energische Worte gegen die Ausbrüche Meisners“. Wenn der Begriff „Hassprediger“ auch „überspitzt“ gewesen sei, so sei doch nicht Becks Kritik falsch, sondern „der kritiklose Umgang mit solch schwer erträglichem Unsinn“: „Wer Schwangerschaftsabbrüche mit dem Holocaust in einem Atemzug nennt und im Zusammenhang von moderner Kunst von Entartung spricht, muss sich schärfste Kritik gefallen lassen.“
aus FAZ.net „Hassprediger“-Vorwurf: Einstweilige Verfügung gegen Beck
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Markus
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31.10.07
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Montag, 29. Oktober 2007
Hassprediger"-Attacke: Bistum prüft Klage gegen Beck
Volker Beck, seines Zeichens der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, hat den Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner einen "Hassprediger" genannt.
Dieser widerum hatte in einer Predigt davon gesprochen, dass "die so genannten alternativen Modelle menschlichen sexuellen Zusammenlebens unwahr sind und darum für den Menschen im Kern verderblich."
Beck darauf weiterhin: Meisner spreche "ganzen Gruppen von Menschen die Existenzberechtigung ab".
Das Erzbistum prüft laut "Focus" nun rechtliche Schritte. Ein Sprecher erklärte, Meisner habe niemandem das Existenzrecht abgesprochen, sondern die Bedeutung von Ehe und Familie für die Gesellschaft unterstrichen. "Dies ist die ureigenste Aufgabe eines katholischen Bischofs".
aus Medienmagazin "pro": Hassprediger"-Attacke: Bistum prüft Klage gegen Beck![]()
Jemanden, der christliche Werte und Wahrheiten ausspricht, einen "Hassprediger" zu nennen, ist schon ein starkes Stück. Dass jemand das so unverwidersprochen tun darf - mehrere Politiker distanzierten sich von Meisner -, ist kein gutes Zeichen für unser Land.
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Markus
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29.10.07
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Samstag, 27. Oktober 2007
Über Kai Diekmanns "Der große Selbst-Betrug"
Der Chef-Redakteur der "BILD"-Zeitung, Europas größer Boulevard-Zeitung schreibt ein Buch über Werte mit dem Titel "Der große Selbst-Betrug".
Moment mal, der Chef der "BILD"? Mit den nackten Frauen, dem billigen Anbiedern an die einfache deutsche Seele, die Zeitung mit dieser fürchterlichen Sensationsgier?
Der schreibt ein Buch über Werte ???
Wir sollten es uns als Christen nicht zu einfach machen. Jeder Christ steht an seinem Platz und braucht unsere Unterstützung und Gebete anstatt unsere schnellen Vorurteile.
Das Buch scheint lesenswert zu sein. Ein paar Auszüge aus dem u.g. Artikel:
Diekmann geht es um die Förderung von Familien und die Unterstützung von Müttern, die ihre Kinder erziehen. Er kritisiert die Panikmache durch Zukunftsängste vor Waldsterben, Atomkrieg und Erderwärmung, die manchen Paaren jeglichen Willen nimmt, überhaupt noch Kinder in die Welt zu setzen. Überhaupt sei die Individualisierung so weit vorangeschritten, dass Nachwuchs und Familiengründung von zahlreichen Frauen und Männern erst gar nicht als eine Option in Betracht gezogen würden.
Diekmann plädiert daher nicht nur dafür, statt auf Zukunftsängste auf "Gottvertrauen" zu setzen, wobei er berechtigt fragt: "Woher soll es auch kommen, wenn man an keinen Gott mehr glaubt?" Er fordert auch konkrete "praktische Zeichen dafür, dass Kinder in unserer Gesellschaft einen Stellenwert haben und dass wir wertschätzen, was Eltern leisten".
Unterstützung für Familien könne neben Steuererleichterungen und "Extra-Urlaub" etwa darin bestehen, dass alle Kinderprodukte den ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent haben – "denn noch wird Hundefutter niedriger besteuert als Windeln".
Treffend widmet sich Kai Diekmann auch den Fragen des (Un-)Glaubens. "Wir sind Papst – oder doch nicht? Wie die Deutschen vom Glauben abfallen" hat er ein Kapitel seines Buches überschrieben, in dem er die Glaubensmüdigkeit der Deutschen beschreibt – und die Konsequenzen aus dem Desinteresse an protestantischer und katholischer Kirche aufzeigt.
Zum Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes, der 1995 die Kruzifixe aus bayerischen Unterrichtsräumen verbannt hat, schreibt Diekmann: "Begreift man das Kreuz ausschließlich als Symbol des Christentums, kann man zur Ansicht der Bundesverfassungsrichter kommen. Wer aber das Kreuz als Ausdruck der abendländischen Kultur, unseres Menschen- und Weltbildes ansieht, dürfte eher zu einer anderen Entscheidung kommen. … Das Christentum ist nicht nur Religion, es ist als Grundlage unserer Kultur auch Basis unserer Maßstäbe, vieler gesetzlicher Normen, von Anstand und Sitte."
Genau dies jedoch finde in der Gesellschaft immer weniger Akzeptanz, stattdessen erntet "bestenfalls ein müdes Lächeln", wer Themen wie Religion oder Christentum anspreche. Der "dramatische Mitgliederschwund der Kirchen" werde betrachtet "wie der Niedergang von Faustball- oder Rhönradvereinen, als Angelegenheit ohne Bedeutung, als gesellschaftspolitische Marginalie". Weder in der Politik noch in Medien habe der Glaube eine Heimat, auch nicht in Europa. "Wer Atombomben bauen, wer den Plan der Schöpfung genetisch entschlüsseln kann, braucht vor lauter Gottähnlichkeit wohl keinen Gott mehr", konstatiert Diekmann. Unser Land aber "steht auf christlichen Fundamenten – Punkt. Wer das nicht will, sollte sich über die Verluste im Klaren sein."
aus Medienmagazin "pro" Ausgerechnet er? Unsinn! Über Kai Diekmanns "Der große Selbst-Betrug"![]()
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Markus
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27.10.07
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Dienstag, 23. Oktober 2007
Ist Streit etwas Schlechtes?
Ist Streit unter Christen grundsätzlich falsch? Gibt es einen "gute" und eine "schlechte" Art zu streiten? Haben Christen früher auch schon gestritten? Mit welchen Konsequenzen?
Und was hat das mit Gemeindewachstum zu tun?
Viele Fragen, die jeden angehen, denn Streit gibt es immer wieder, da kommen wir als Menschen kaum drum herum. Und wenn das so ist, dann sollten wir lernen, richtig zu streiten!
2 Artikel in IDEA (Bis dass der Streit euch scheidet und Streitende Gemeinden gewinnen keine Mitglieder) beschäftigen sich mit diesem Thema.
Ein paar Auszüge:
Wer sich die ersten Christen als harmonische Truppe vorstellt, hat die Bibel nicht richtig gelesen. Dort gab es alles: Hitzköpfe, Streithansel, Rechthaber. Schon die Jünger stritten darum, wer im Reich Gottes den Ehrenplatz neben Christus bekommen sollte. Später ereiferten sie sich, wie viel vom jüdischen Gesetz ein Heide halten muss, der Christ geworden ist – ob man z. B. jedem bekehrten Griechen die Vorhaut abschneiden sollte. Paulus und Barnabas konnten sich über den Einsatz eines Mitarbeiters nicht einigen und gingen deshalb lieber getrennte Wege. Die Gemeinde in Korinth zerfiel in Parteien, die sich an Personen festmachten (Christus, Paulus, Apollos).
Dann kamen die großen theologischen Streitereien der Kirche. War Christus ganz Gott oder doch nur Mensch – oder beides? Ging der Heilige Geist nur vom Vater aus – oder auch vom Sohn? Und natürlich spielten Machtkämpfe eine wichtige Rolle: Wer darf den Kaiser, wer den Bischof einsetzen? Solche Dinge wurden im Mittelalter teilweise sogar in Kriegen ausgehandelt. An Giftigkeit kaum zu übertreffen dann die Auseinandersetzungen in der Reformationszeit, wo Evangelische und Katholiken die jeweiligen Führungspersonen der anderen Seite als Ausgeburt der Hölle brandmarkten. In geradezu inflationärer Weise wurde der Gegner als „Esel“, „Tor“ oder noch schlimmer beschimpft.
Die Ergebnisse sind bekannt. Die Christenheit hat sich hoffnungslos zersplittert. Gab es zunächst die eine Gemeinde, so folgte Trennung auf Trennung. In den ersten Jahrhunderten noch etwas langsamer – man denke an die Abspaltung der Kopten im 5. Jahrhundert –, dann der Graben zwischen römischer und orthodoxer Kirche durch das große morgenländische Schisma von 1054. Und seit der Reformationszeit ist kein Halten mehr. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, Bischof Friedrich Weber (Wolfenbüttel), hat kürzlich vorgerechnet, dass es im Jahr 1900 bereits 1.900 Denominationen gab. Heute seien es rund 38.000 – und wenn sich dieser Trend fortsetze, werden es 2025 rund 55.000 Kirchen sein. Und das alles, weil Christen nicht wissen, wie sie bei unterschiedlichen Auffassungen unter einem Dach bleiben sollen.
(…)
Jürgen Mette (Marburg), Geschäftsführer der Stiftung Marburger Medien und Gemeindeberater, hält es beispielsweise für erforderlich, dass sich eine Gemeinde gegebenenfalls auch von Mitgliedern trennt. „Es darf nicht sein, dass einige wenige Nörgler die Entwicklung einer ganzen Gemeinde lähmen“, sagte er im idea-Interview.
Auch Baptistenpastor Ulrich Materne (Wittenberge), Referent der Deutschen Evangelischen Allianz, hat in der Vergangenheit betont: „Nichts irritiert unsere Mitmenschen mehr als unser Streit.“
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Immerhin würde sich über solche Fragen der Streit noch lohnen, denn die Auseinandersetzung um die Wahrheit würde sicher von der Mehrheit der Christen als „guter Streit“ eingeordnet. Die meisten Streitigkeiten in einer Gemeinde liegen aber auf einer ganz anderen Ebene.
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In Gemeinden wird vor allem über Traditionen gestritten, die sich mit der Bibel nicht begründen lassen.
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Nicht unterschätzen sollte man allerdings beim Streit unter Christen, dass es selbst in Traditionsfragen bewusst oder unbewusst fast immer um höhere Werte geht – um das richtige Bibelverständnis, um die Ehre Gottes, um das Seelenheil von Menschen.
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Für die häufig anzutreffende Überzeugung, bei „Kirchens“ würden Konflikte gescheut, weil man sie generell negativ einstufe, gibt es übrigens keinen Beleg.
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Bei der Art, wie gestritten wird, ist noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Viel zu schnell seien Christen beleidigt, zögen sich in den Schmollwinkel zurück und würden emotional, anstatt auf der Sachebene zu bleiben. Noch problematischer wird’s seiner Ansicht nach, wenn man einen Konflikt „geistlich totschlägt“. Das sieht dann so aus, dass man dem anderen die Qualität seines Christseins abspricht oder ihn mit einer selektiven Auswahl von Bibelstellen angreift – „das tötet die Auseinandersetzung“. Dagegen ist die christliche Art zu streiten …, sich in das Gegenüber hineinzuversetzen und seine Position verstehen zu lernen, bevor man die eigenen Argumente dagegenhält.
Eine zusätzliche Brisanz hat es, wenn Christen in der Politik streiten.
Einer, der das gerade hautnah durchlebt hat, ist der Schweizer Nationalrat Christian Waber. Der Parlamentarier streitet für die evangelikale Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU), am vergangenen Sonntag wurde ein neues Parlament gewählt.
Waber muss nur seine Positionen in die Öffentlichkeit tragen – etwa die Ablehnung einer Besserstellung gleichgeschlechtlicher Paare, sein Nein zu Abtreibung und der Abgabe von Heroin –, schon gibt’s Streit. Waber, der im deutschsprachigen Raum Vorträge zur Ethik des Streitens hält, nimmt’s gelassen: „Wer dazu steht, dass es nur eine Wahrheit gibt, ist schon als Polemiker abgestempelt und stigmatisiert
(…)
Was ist das Geheimnis wachsender religiöser Gemeinden? Welcher „Dünger“ lässt die Besucherzahlen sprießen? Diesen Fragen geht ein langfristig angelegtes Forschungsprojekt in den USA nach. Ein Ergebnis lautet, dass ein konfliktarmes Gemeindeleben ein entscheidender Wachstumsfaktor sei.
Die Analyse einer 2005 durchgeführten Umfrage unter 884 zufällig ausgewählten christlichen jüdischen und muslimischen Gemeinden hat das Institut für Religionsforschung am Theologischen Seminar in Hartford (Bundesstaat Connecticut) jetzt präsentiert. 93 Prozent waren christliche Gemeinden.
Es … reicht der Wille zum Wachstum nicht aus. Er müsse in ein geplantes Vorgehen münden. Zu den entscheidenden Wachstumsfaktoren zählen eine klare Vorstellung von Identität und Auftrag der Gemeinde, ein konfliktarmes Gemeindeleben, abwechslungsreiche Gottesdienste, die Internet-Präsenz und die geographische Lage.
Ø Am deutlichsten fördert ein harmonisches Gemeindeleben das Wachstum.
Ø Gemeinden mit schweren inneren Konflikten fällt es schwer, Mitglieder zu gewinnen.
Ø Gemeinden, die einen Plan zur Mitgliedergewinnung aufstellen, wachsen eher als andere.
Ø Auch geht es mit einer konservativen, evangelikalen Theologie eher voran als mit einer liberalen und bibelkritischen.
Ø Moderne Gottesdienstformen ziehen mehr Besucher an als herkömmliche.
Ø Grundsätzlich gilt: je mehr unterschiedliche Gottesdienste, desto mehr Kirchgänger.
Ø Für Attraktivität sorgen auch die Mitwirkung von Kindern im Gottesdienst und das Ansprechen junger Familien.
Ø Gut für das Wachstum ist auch die Einrichtung einer Internet-Seite. Sie signalisiert Außenstehenden, dass die Gemeinde keine Nabelschau betreibt und vom Willen zur Veränderung getrieben ist.
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23.10.07
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Montag, 22. Oktober 2007
Wenn sich Homosexuelle ändern wollen
Man kann ja über Homosexualität - auch als Christ - durchaus unterschiedlich denken.
Ich persönlich habe da eine klare Meinung zu, aber ich weiß auch, dass Andere anders denken.
Aber das jetzt unter dem Deckmantel der sogenannten Toleranz diejenigen, die homosexuellen Menschen helfen wollen, angegangen und mundtot gemacht werden, ist schon ein Hohn und zeigt immer klarer den Weg, den unsere Gesellschaft geht:
weg von der Toleranz - die müsste nämlich auch Christen und deren Aktivitäten tolerieren - hin zu einer Gesellschaft, wo andere , nichtchristliche Werte immer mehr Gewicht bekommen.
Schwule und Lesben, die unter ihrer sexuellen Orientierung leiden und sich verändern wollen, finden immer schwerer therapeutische Hilfe.
Wer ihnen helfen wolle, werde mundtot gemacht, stellt der Schweizer Psychotherapeut und Psychotherapieforscher Russell Hilliard (Nürensdorf bei Zürich) fest.
Bei einem wissenschaftlichen Kongress „Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie“ vom 11. bis 13. Oktober in Graz (Österreich) wollte der Leiter der württembergischen Beratungs- und Selbsthilfeorganisation „Wüstenstrom“, Markus Hoffmann (Tamm bei Ludwigsburg), in einem Seminar über Identitätsprobleme von Homosexuellen sprechen, die Veränderung suchen und therapeutische Möglichkeiten darstellen.
Der Organisator, die Schirmherren des Kongresses und dessen finanzielle Förderer wurden unter Druck gesetzt.
In Offenen Briefen an alle Referenten wurde Hoffmanns Qualifikation als Therapeut in Frage gestellt. Dabei hatte eine größere Anzahl Schweizer Psychologen die Arbeit von „Wüstenstrom“ analysiert und festgestellt, dass Hoffmanns Konzept seriös und erfolgreich sei.
Schließlich zog Hoffmann in Absprache mit der Kongressleitung seine Mitwirkung zurück.
aus IDEA: Wenn sich Homosexuelle ändern wollen
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Markus
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22.10.07
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Labels: christen, Gesellschaft
Käßmann über Ehe, Evangelikale und volle Kirchen
Nicht immer leben, schreiben und reden die Christen in hohen und verantwortlichen Positionen so, wie man das selber gerne hätte. Schnell kann dann eine Ablehnung oder gar Arroganz entstehen.
Wir sollten aber den Einfluss dieser Menschen nicht unterschätzen und sie unterstützen - z.B. für sie beten - soweit es geht. Und sie auch durchaus kritisch begleiten.
Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann äußert sich in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" zum "Leitbild von Ehe und Familie", zu "fundamentalistischen Strömungen" und vollen Kirchen, auch in Deutschland.
Sie hält die neue Flut anti-religiöser Publikationen und Strömungen insbesondere in den USA für eine Reaktion auf "fundamentalistische Strömungen in den Kirchen. Der neue Atheismus hat wahrscheinlich mit Befürchtungen vor einer Re-Klerikalisierung zu tun, Angst vor zu viel Einfluss der Religion im Staat. Ich halte die Trennung von Staat und Kirche für den richtigen Weg in einer Demokratie", so Käßmann. (...)
In Deutschland könne jedoch keine Rede davon sein, dass die Evangelikalen maßgeblich zu vollen Kirchen beitrügen. "Das Gerede über die ganz leeren Kirchen entspricht doch gar nicht überall der Wirklichkeit. Ja, die Treuen gibt es unter den so genannten Evangelikalen, aber wir haben auch im Bereich der ganz normalen Volkskirche Menschen, die sich treu zu ihrer Kirche halten und durchaus Wachstumsbereiche, nicht nur zu Weihnachten, auch etwa bei Schulgottesdiensten", sagte die Bischöfin gegenüber Dagmar von Taube und Gernot Facius. Den Menschen werde zunehmend klar, dass es nicht primär darum gehe, ob ihnen der Gottesdienst etwas bringt, sondern darum, dass sie sich einbringen in die Gemeinschaft der Christen.
Die Bischöfin hatte sich im Mai diesen Jahres von ihrem Mann scheiden lassen, was in der Öffentlichkeit breit diskutiert wurde. Gegenüber der "Welt am Sonntag" sagte sie: "Ich stehe zum Leitbild Ehe und Familie. Ich habe vier Kinder groß gezogen, war 26 Jahre verheiratet und halte die Ehe für eine gute Institution." In den reformatorischen Kirchen sei die Ehe kein Sakrament, trotzdem ist sie für Käßmann kein "Firlefanz". Zu ihrer Scheidung sagte die Bischöfin: "Wenn Zwei nicht mehr aneinander wachsen, sondern sich gegenseitig kleiner machen, kann es nicht Gottes Wille sein, dass ein Zusammenbleiben erzwungen wird."
Auch zum Thema Kindererziehung bezog Käßmann Stellung: "Mir scheint wichtig für die Kinderfreundlichkeit im Land, dass unterschiedliche Lebensentwürfe nicht gegeneinander ausgespielt werden." Auch ihr seien wegen ihrer Berufstätigkeit häufig Vorwürfe "von außen" gemacht worden, erzählt Käßmann. Die Vereinbarung von Familie und Karriere koste viel Kraft. "Da braucht eine Frau nicht noch Vorwürfe", so die Bischöfin.
In diesem Zusammenhang bezeichnete sie die Diskussion um die von der ehemaligen Fernsehmoderatorin und Buchautorin Eva Herman vertretenen Thesen über Kindererziehung als "Schwarz-Weiß-Denken", das nicht der "Realität von Familien" entspreche. Man müsse aufhören, "die Krippendiskussion so zu führen, als ginge es um eine Zwangsbeglückung à la DDR". Besonders für vernachlässigte Kinder sei eine frühe Förderung ihrer Sprach- und Sozialkompetenz von enormer Bedeutung.
Käßmann sieht es als eine Aufgaben der Kirche an, Probleme zu benennen. Die Kinderbetreuung vor der Einschulung ist dabei für die Bischöfin ein zentraler Punkt. Gleichzeitig erwarte sie "mehr gesellschaftliches Engagement". Der Durchschnittsbürger konsumiere 220 Minuten Fernsehen pro Tag, aber es werde nicht wahrgenommen, dass in der Nachbarschaft ein Mensch auf Besuch wartet oder gar ein Kind verhungere. Aus diesem Grund plädiert die Bischöfin für eine "Kultur der Achtsamkeit" oder schlicht "mehr Nächstenliebe".
aus Medienmagazin "pro"Käßmann über Ehe, Evangelikale und volle Kirchen
Interview mit Margot Käßmann in der "Welt"
Und eine "Kultur der Achtsamkeit" und "schlicht mehr Nächstenliebe" kommen auch nicht von alleine, sondern brauchen eine Quelle, die die Bischöfin kennt und auch benennen sollte.
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Labels: christen, EKD, Evangelikale, Familie, Herman
Mittwoch, 17. Oktober 2007
CS Lewis: Gott auf der Anklagebank
C.S. Lewis - ein weithin bekannter und beliebter englischer Autor, hat nicht nur die Narnia-Geschichten geschrieben, die unlängst verfilmt wurden, sondern auch viele christliche Bücher, die sich mit dem Glauben beschäftigen.
Eines seiner Bücher "Gott auf der Anklagebank" (God in the dock, 1970-71) weist auch heute noch eine hohe Aktualität auf. Unter anderem, warum es heutzutage so schwer ist, zumindest Menschen in der westlichen Welt das Evangelium (die gute Nachricht) zu bringen.
In einem Essay aus dem Jahre 1948 „Gott auf der Anklagebank“ bringt er das Dilemma der modernen Verkündigung auf den Punkt:
>> „Die Prediger der frühen Christenheit konnten bei ihren Hörern – ob es nun Juden, Konvertiten oder Heiden waren – ein Wissen um die Schuld voraussetzen.“ „Der Mensch des Altertums“, so Lewis weiter „nahte sich Gott … in der Haltung des Angeklagten, der vor seinen Richter tritt.“
Einem Menschen, der sich seiner Sünden bewusst ist, muss das Evangelium von der Vergebung fast zwangsläufig als das erscheinen, was es ursprünglich ist: Eine gute Nachricht! Ein Mensch dagegen, der sich souverän und schuldlos wähnt, kann mit dem befreienden Zuspruch: „Gott will dir deine Schuld vergeben!“ wenig anfangen. Wenn er die Existenz Gottes nicht anzweifelt, dann zumindest doch dessen Güte. Von der eigenen Schuld ist keine Rede mehr. Vielmehr geht es um das, was ihm als „Schuld Gottes“ erscheint. Lewis fasst dies so zusammen:
„Für den modernen Menschen sind die Rollen vertauscht. Er ist der Richter – Gott sitzt auf der Anklagebank. Gewiss, er ist ein wohlwollender Richter: Falls Gott einen vernünftigen Verteidigungsgrund dafür haben sollte, dass er der Gott ist, der Kriege, Armut und Seuchen zulässt – dann ist der Mensch bereit, ihn anzuhören. Die Verhandlung könnte sogar mit einem Freispruch Gottes enden. Aber das Entscheidende ist: Der Mensch sitzt auf dem Richterstuhl und Gott auf der Anklagebank. „ Der spontane Reflex wäre nun, dem Menschen, erstmal von dem Dilemma, seiner Schuldhaftigkeit zu überzeugen." <<
aus glaube24.de CS Lewis: Gott auf der Anklagebank
Dazu passt auch die Aussage von Monsignore Christoph Kühn (Vatikanstadt), Leiter der deutschsprachigen Abteilung im Staatssekretariat des Vatikans:
"In Deutschland gelingt es immer weniger, den christlichen Glauben an die nächste Generation weiterzugeben. Vielen Jugendlichen sind auch nach mehreren Jahren Religionsunterricht die elementarsten christlichen Glaubenslehren unbekannt."
Nach Kühns Überzeugung ist es deshalb umso notwendiger, dass der Glaube in der säkularisierten Welt durch Medien und gläubige Laien weitergetragen wird.
aus IDEA Wenn die Weitergabe des Glaubens nicht funktioniert![]()
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Markus
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17.10.07
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Labels: christen, Evangelisation