So sieht er aus, der moderne Antisemitismus ...
Und nebenbei: Terror nach Sinnhaftigkeit zu unterscheiden, ist totaler Unsinn. Terror bleibt Terror. Unschuldige Menschen sterben, der Gegner soll eingeschüchtert und paralysiert werden.
Wenn Menschen "für eine gute Sache" umgebracht werden, sind sie genauso tot wie bei anderen Motiven. Wer definiert denn, was eine "gute Sache" ist?
Wer im Kampf gegen (auf seiner Sicht stattfindendes) Unrecht auf Terror setzt, setzt eine Eskalation in Gang, die meistens in einem sinnlosen Gemetzel endet, bei dem keiner mehr weiß, wer mehr Schuld auf sich geladen hat, in dem gelogen und betrogen (auch die eigenen Leute) wird und man sich nur noch - für seine eigene Rechtfertigung - darum streitet, wer angefangen hat.
Wo ist also bitteschön der Sinn einer Unterteilung in gerechten und ungerechten - darauf läuft es doch hinaus - Terror???
UN-Experte nennt palästinensischen Terror «unvermeidbar»
Ein UN-Menschenrechtsexperte hat den palästinensischen Terrorismus in einem Bericht als «unvermeidbare Folge» der israelischen Besatzung bezeichnet. Israels UN-Botschafter in Genf, Jizchak Levanon, kritisierte den Bericht scharf und warf dem Autor vor, den Hass zwischen Israelis und Palästinensern zu schüren.
Der im Auftrag des Uno-Menschenrechtsrats erstellte Report des südafrikanischen Anwalts John Dugard soll im März offiziell vorgelegt werden. Er wurde aber bereits am Dienstag auf der Website des Gremiums veröffentlicht.
Dugard schreibt in seinem Bericht, es müsse unterschieden werden zwischen sinnlosen Terrorakten etwa von der Kaida und Gewalttaten im Rahmen einen Befreiungskrieges gegen Kolonialherrschaft, Apartheid oder militärische Besatzung. Zwar seien die Terrorakte der Palästinenser zu verurteilen, sie müssten aber verstanden werden als «eine schmerzliche, aber unvermeidbare Folge» der israelischen Besatzung, heisst es in dem 25-seitigen Report.
Dugard hat bereits in den vergangenen Jahren das israelische Vorgehen in den palästinensischen Autonomiegebieten scharf kritisiert. Im vergangenen Jahr verglich er die israelische Politik dort mit der Apartheid in Südafrika. Dugard wurde 2001 von der UN-Menschenrechtskommission, dem Vorgänger des Menschenrechtsrats, mit der Untersuchung möglicher Verstösse in den palästinensischen Gebieten und Israel eingesetzt. Israel und die USA weisen seine Berichte regelmässig als einseitig zurück.
Mittwoch, 27. Februar 2008
2-Klassen-Terror: sinnloser (Rest der Welt) und unvermeidbarer (Israel u.a. Besatzer)
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Markus
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27.2.08
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Dienstag, 19. Februar 2008
Israel und Deutsche - Antisemitismus, Antizionismis oder vernünftige Kritik?
Eine Gruppe deutscher Akademiker hat die Bundesregierung aufgefordert, die "im Holocaust wurzelnde blinde Unterstützung für Israel" zu beenden. Die vier Wissenschaftler nahmen am Montag an einem Diskussionsabend in der israelischen Küstenstadt Netanja teil. Sie gehören zu den 25 Unterzeichnern eines israelkritischen Manifests, das nach dem Zweiten Libanonkrieg veröffentlicht wurde.
Die Diskussion, wie man als Mensch Israel und Juden gegenüber auftritt und sich äußert, ist schon an sich eine spannende.
Da wird auf der einen Seite der Antisemitismus als eine angeblich vernünftige Kritik oder als Antizionismus (Juden ja, Israel nein) getarnt.
Offen geäußerter Antisemitismus ist übrigens keine Seltenheit (siehe Irans Präsident Ahmadinedschad und die arabische Welt)! Aber viele versuchen ihn doch schamhaft zu verbergen (die deutsche Linke tarnt ihn gerne als Antizionismus).
Auf der anderen Seite gibt es - sagen wir mal sehr sensible - Juden wie auch Nichtjuden, die schnell den Antisemitismus wittern, wenn auch nur ein falsches Wort gesagt wird.
Vernünftige und konstruktive Kritik hat in dieser Konstellation einen schweren Stand.
Noch spannender wird es, wenn man ein Deutscher ist und dazu auch ein Christ. Denn Israel und Deutschland verbindet genauso eine besondere Beziehung wie Christen und Israel - im Guten wie im Schlechten.
Und auch hier wird polarisiert: Die einen werfen der Bundesregierung eine "blinde Unterstützung" vor und regen sich darüber auf, dass "deutsche Schuldgefühle hinsichtlich des Holocaust manipuliert [werden]", die anderen sehen Deutschland in einer ewigen Schuld gegenüber Israel und neigen zu einer wenig realitätsnahen Romantik.
Aber hier stellen sich 4 deutsche Wissenschaftler hin und verkünden auf einer Konferenz in! Israel, dass
Die Antwort der Israelis:
"Gleichzeitig ist dieses Manifest ein Versuch, deutsche Schuldgefühle hinsichtlich des Holocaust zu manipulieren, indem man sie auf die Palästinenser überträgt." Dabei sollten sich Deutsche, die sich schuldig fühlten, lieber an Polen, Niederländer und Juden wenden. "Es besteht kein Bedarf, so weit zu gehen, dass man sich für das schuldig fühlt, was mit den Palästinensern passiert."
Zu den vier deutschen Akademikern sagte der Israeli: "Sie sind in der Minderheit, aber sie lehren junge deutsche Geister, und wir können es uns nicht leisten, ihre Kritik als Antisemitismus abzutun. Wir müssen uns ihr entgegenstellen."
Ich habe selten die Ansicht angetroffen, dass wir als Deutsche Israel "blind" unterstützen. Davon kann hier keine Rede sein.
Im Gegenteil: Schaut man sich gewisse und durchaus einflußreiche Strömungen in Deutschland an, lebt der Antisemitismus in Deutschland und Israel kann sich weder über zu wenig Kritik und seltsam-romantisch Hinwendung mancher Deutscher zu den Palästinensern beklagen noch die Palästinenser über fehlende deutsche Solidarität (inklusive vieler €) und Blauäugigkeit.
Das einzige, was man sagen kann, ist: Der Antisemitismus zeigt sein Angesicht in Deutschland noch nicht so offenherzig wie in anderen Ländern dieser Welt.
Wenn sich 4 Wissenschaftler (philosophische Anthropologie / Frieden und Konfliktlösung) hinstellen und der deutschen Bundesregierung einerseits eine blinde Unterstützung für Israel vorwerfen und andererseits eine stärkere für die Palästinenser fordern, ist das unausgewogen und daher falsch.
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Markus
am
19.2.08
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Donnerstag, 10. Januar 2008
Lutz Huth, Juwelier in Hannover
"Aus Ihrem Gefasel spricht die typische Unwissenheit neudeutschen Gutmenschentums, was sich in Ihrem „allerschärfsten Protest und in Ihrem „Unverständnis“ manifestiert. Für Typen wie Sie, ist eine Meinung, die nicht kongruent, gar konträr zu der von dem Regime der indoktrinierten Masse verordnet worden ist, zu der auch Sie ganz offensichtlich gehören, „absolut unakzeptabel“, wahrscheinlich auch noch „unerträglich“, die andere oft benutzte Agitpropworthülse deutscher Devotisten." Ich hatte Lutz Huth, einem Juwelier aus Hannover, nach meinem Blog über das Pali-Tuch folgende Email geschickt: Sehr geehrter Herr Huth, ich habe bei henryk-broder.com einen Leserkommentar gefunden, der mit Ihrem Namen unterzeichnet und auf ihre Homepage verlinkt ist. (http://henryk-broder.com/2007/12/20/lesermeinung-zion-zieht-zu-felde/) Falls Sie wirklich der Urheber dieser Unschrift sein sollten, möchten ich Ihnen hiemit meinen allerschärfsten Protest und mein absolutes Unverständnis mitteilen: Dass Sie als Deutscher Geschäftsmann eine solche antisemitische und - nebenbei bemerkt - auch noch nicht den Fakten entsprechende Haltung und Meinung verbreiten, ist absolut unakzeptabel. Wenn Sie wirklich diese Meinung vertreten sollten, werde ich entsprechende Schritte planen und ihr Geschäft in Zukunft meiden. Markus Riedel, Hannover Die Antwort kam heute: Werter Herr Riedel! Ihren Vorsatz, mein Geschäft, es ist übrigens das Geschäft meiner türkischen Ehefrau, die obendrein auch noch Jüdin ist, nicht mehr betreten zu wollen, ist sicherlich eine begrüßenswerte Entscheidung Ihrerseits.
Aus Ihrem Gefasel spricht die typische Unwissenheit neudeutschen Gutmenschentums, was sich in Ihrem „allerschärfsten Protest und in Ihrem „Unverständnis“ manifestiert. Für Typen wie Sie, ist eine Meinung, die nicht kongruent, gar konträr zu der von dem Regime der indoktrinierten Masse verordnet worden ist, zu der auch Sie ganz offensichtlich gehören, „absolut unakzeptabel“, wahrscheinlich auch noch „unerträglich“, die andere oft benutzte Agitpropworthülse deutscher Devotisten.
Wüßten Sie wovon Sie reden, was Sie ganz offensichtlich nicht tun, denn dann wüßten Sie, wer zu der Gemeinschaft der Semiten gehört und hätten sich nicht der zionistischen „Totschlagkeule“ Antisemitismus, sondern Judenaversion, Judenhaß oder ähnlichem bedient.
Aus Ihren Zeilen spricht der Kleingeist deutscher Nachkriegskastraten und deren Gutheißung des in der BRD, dank des §130 StGB (Volksverhetzung) ausgeübten Gesinnungsterrors, sowie eine Blockwartmentalität und das damit verbundene Denunziantentum, die sich in Ihrem Abschlußsatz potenzieren: „Wenn Sie wirklich diese Meinung vertreten sollten (merke: vertreten, nicht erst beim äußern), werde ich entsprechende Schritte planen“.
Was für Schritte wollen Sie denn planen? Mich bei den Gesinnungschnüfflern des Verfassungsschutzes denunzieren? Meine Schaufensterscheibe nachts heimlich einschmeißen? Linke Schläger der „Antifa“ vor meinem Geschäft postieren mit einem Schild, auf dem die Aufschrift prangt „Kauft nicht bei Rechten“, dieselbe Methode übrigens die es nach 1933 schon einmal gab, wie Sie sicherlich wissen, nur das auf den Schildern „Kauft nicht bei Juden“ damals prangte.
Lutz Huth
Was für ein Gerede, was für unbegründete Angriffe und Unterstellungen! Ich überlasse dem werten Leser, sich sein Bild über diesen Menschen zu machen.
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Markus
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10.1.08
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Freitag, 4. Januar 2008
»Nie wieder« oder »business as usual« ?
Differenziert man in Deutschland zwischen einem nichtakzeptabelem deutschen und einem akzeptabelem arabischen Antisemitismus?
Nach dem Motto: Wenn jüdische Schüler in deutschen Schulen beleidigt werden, geht das nicht, aber wenn ein iranischer Präsident oder die Hamas Israel drohen und beschimpfen, dann geht das in Ordnung? Zumindest anscheinend soweit, was die wirtschaftlichen Beziehungen z.B. zum Iran betrifft.
Differenziert man in Deutschland zwischen einem nichtakzeptabelem deutschen und einem akzeptabelem arabischen Antisemitismus?
Nach dem Motto: Wenn jüdische Schüler in deutschen Schulen beleidigt werden, geht das nicht, aber wenn ein iranischer Präsident oder die Hamas Israel drohen und beschimpfen, dann geht das in Ordnung? Zumindest anscheinend soweit, was die wirtschaftlichen Beziehungen z.B. zum Iran betrifft. Dies werden durch (fast) nichts getrübt.
Der Antisemitismus ist vielleicht schon größer - auch in Deutschland - als man denkt.
Ein paar Ausschnitte aus einem Buch von
Matthias Küntzel: Islamischer Antisemitismus und deutsche Politik – ›Heimliches Einverständnis‹? Lit-Verlag, Münster 2007:
Im Deutschen Historischen Museum sammelte sich während einer Exkursion eine Gruppe muslimischer Jugendlicher vor der Nachbildung einer Gaskammer des Konzentrationslagers Auschwitz, um zu applaudieren. (...)
Antisemitische Karikaturen, Dissertationen, Programme und Leitkommentare ergänzen das Bild. Die Machart dieser Agitation geht über das gewöhnliche antisemitische Vorurteil, das Juden diskriminieren will, hinaus. Wir haben es mit einem extremen Antisemitismus zu tun, der Juden dehumanisiert und dämonisiert, um sie zu töten. (...)
(...) fördert das Innenministerium in Verbindung mit der Bundeszentrale für politische Bildung seit 2007 ein Projekt gegen den Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen, das mit »Mobilen Aktions- und Beratungsteams« sowie Leitfäden und Material für den Unterricht Abhilfe schaffen will. (...)
Die Bundesregierung lässt den Export antisemitischer Filme, Predigten oder Schriften aus Saudi-Arabien, Ägypten, der Türkei und dem Iran nach Europa und Berlin stillschweigend zu. Das ist, als würde das Innenministerium Anti-Heroin-Kampagnen an öffentlichen Schulen inszenieren, während gleichzeitig das Außenministerium die Einfuhr von Heroin nach Deutschland legalisiert. (...)
Während »Mobile Beratungsteams« erfolglos dem Antisemitismus unter jugendlichen Muslimen hinterherjagen, setzt die Hizbollah mithilfe von al-Manar die Rekrutierung neuer Antisemiten und Selbstmord-Terroristen in den einschlägigen Berliner Wohnstuben ungestört und rund um die Uhr fort. (...)
So hatten beispielsweise die USA im März 2002 Saudi-Arabien und andere arabische Länder in einer per Rundfunk übertragenen Erklärung aufgefordert, »die antijüdische Hetze in Zeitungen sowie Rundfunk- und Fernsehsendern zu untersagen«. (...)
Im Jahr 2004 wurde das Außenministerium der USA gesetzlich zur weltweiten Überprüfung aller antisemitischen Tendenzen und der dagegen unternommenen Regierungsmaßnahmen verpflichtet. (...)
Selbst das in seiner Außenpolitik betont araberfreundliche Frankreich wurde tätig. So setzte die Staatsanwaltschaft in Paris ein Verfahren gegen den Herausgeber der ägyptischen Tageszeitung Al-Ahram wegen Anstachelung zum Antisemitismus in Gang. Die französische Regierung hat für ein Verbot der Ausstrahlung des arabischen Senders al-Manar gesorgt und den Sender zumindest vom europäischen Satellitennetz ausgeschlossen. Spanien und die Niederlande schlossen sich diesen Maßnahmen an. (...)
Und jetzt, wo die Vernichtung Israels nicht nur freimütig angekündigt, sondern konkret mithilfe von Urananreicherung und Plutoniumproduktion vorbereitet wird? Diesmal hat kein einziger Botschafter der EU, und sei es nur für einen Tag, Teheran verlassen. Keine einzige iranische Industriemesse wurde mit einer Absage auch nur eines einzigen deutschen Ausstellers konfrontiert. Stattdessen hat die Bundesregierung in den Jahren 2006 und 2007 deutsche Neuinvestoren im Iran mit staatlichen Bürgschaften belohnt und so das Mullahregime und indirekt auch al-Manar gestärkt. (...)
(...) weil es den deutschen Exportinteressen dient. Es nützt ihnen auf der einen Seite, wenn die Übergriffe auf Juden in Berlin unterbunden werden, könnten doch derartige Vorfälle, die an Vergangenes erinnern, die internationalen Geschäftsbeziehungen trüben. Es befördert ebenso das Geschäft, wenn man im Umgang mit den islamischen Handelspartnern gerade umgekehrt verfährt und sich die guten Gewinnchancen von den genozidalen Absichten und den antisemitischen Äußerungen eines Ahmadinejad nicht verderben lässt. Das Beispiel ist der Iran: Auch jetzt »bleibt Iran für deutsche Unternehmen ein wichtiger Markt im Nahen und Mittleren Osten«, wirbt im Juni 2007 die Homepage des Auswärtigen Amts. »2006 exportierte Deutschland Waren im Wert von über 4,11 Milliarden Euro nach Iran (- 7 % gegenüber 2005). Wichtigste Exportgüter waren – wie schon in den Vorjahren – Maschinen, Anlagen und Kfz-Teile und -Komponenten, Eisen- und Metallerzeugnisse und chemische Erzeugnisse.« (...)
Bekanntlich hat Ahmadinejad den Countdown für Israels Vernichtung schon angezählt, gleichwohl geht das Gros der Journalisten, Politiker, Zivilgesellschafter – von der politischen Linken ganz zu schweigen – darüber hinweg. Der Widerspruch zwischen dem »Nie wieder« und dem »business as usual« scheint ihnen nicht einmal ins Bewusstsein zu gelangen, ist nicht einmal Gegenstand der Diskussion. (...)
(...) im Jahr 2003 hatten 59 Prozent der Europäer in einer Umfrage der Europäischen Kommission erklärt, dass Israel »die größte Bedrohung für den Frieden in der Welt« sei – vor Iran, Syrien, Nordkorea oder den USA. In Deutschland und Österreich war der Anteil derer, die den Staat Israel als die größte Gefährdung für den Frieden betrachteten, mit 65 und 69 Prozent besonders hoch. (...)
Veränderte sich dieses Image, nachdem Israel den Gaza-Streifen im Sommer 2005 hatte räumen lassen? Keineswegs. Im November 2006 ließ die BBC 28 000 Menschen in 27 Ländern fragen, welches Land die Weltpolitik am negativsten beeinflusse. Auch auf dieser Liste landete Israel mit 56 Prozent der Stimmen vor dem Iran, den USA und Nordkorea auf dem ersten Platz. In Deutschland war der Anteil derer, die Israel ankreuzten, mit 77 Prozent erneut besonders hoch. (...)
Wer Israel zum Bösen stempelt, nimmt den Antisemitismus der Islamisten nicht wirklich wahr. Wer den Antisemitismus der Hizbollah und der Hamas aber nicht wahrnimmt, verkennt das Motiv ihrer Angriffe auf Israel und wird dazu neigen, selbst noch Selbstmordattentate zu »Verzweiflungstaten« zu verklären. Wer Israel aber für den Selbstmordterror und die Angriffe mit Kassam-Raketen verantwortlich macht, wird mit jeder Eskalation dieses Terrors den jüdischen Staat um so mehr verurteilen und somit immer tiefer in das Denkgebäude des Antisemitismus hineingezogen werden, was die Chance, den Antisemitismus als das eskalierende Moment zu identifizieren, weiter reduziert und so weiter und so fort. Der entscheidende Grund für diese fortgesetzte Ignoranz ist ein Zerrbild von Israel, das sich in den Massenmedien längst verselbständigt hat. (...)
So hatte Volker Perthes, der Direktor der einflussreichen Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), die die Bundesregierung und den Bundestag in außenpolitischen Fragen berät, im Juli 2006 in einem Rundfunkinterview kurz nach Beginn des Libanonkriegs zwischen den Kriegsakten der Hizbollah und denen Israels sorgfältig differenziert: Was im südlichen Libanon passiere – die Konterangriffe Israels –, sei »natürlich Krieg«, so Perthes, während, »was im Norden Israels geschieht, … möglicherweise mehr eine Art von Kleinkrieg ist, an den sich Bürger gewöhnt haben«. Raketen auf Israel werden hier als gewöhnlich bewertet, Raketen aus Israel aber als Krieg. Dass Perthes in diesem Interview den Antisemitismus der Hizbollah ausblendet und diese Organisation stattdessen gleich drei Mal nacheinander als »nationale Befreiungsorganisation« würdigt, ergänzt das parteiische Bild. (...)
Ein Iran mit Atomwaffen, erklärt beispielsweise Udo Steinbach, der Direktor des Hamburger Orient-Instituts, sei »nicht ipso facto eine Bedrohung … sondern das Land bekäme international einen neuen Status. … Europa wäre sicher das letzte Ziel, das dem Iran einfallen würde«, beruhigt uns der Islamwissenschaftler, wäre doch die Bombe eher »für seine Nachbarn« ein Problem, »für eine säkulare Türkei und natürlich für Israel«. (...)
Genauso wenig, wie es für muslimische Jugendliche in Berlin ein vernünftiges Motiv gibt, jüdische Mitschüler anzugreifen, genauso wenig gibt es für den Iran ein vernünftiges Motiv, Israel zu bedrohen. Der eigentliche Antrieb ist in beiden Fällen antisemitischer Natur – ein Antisemitismus, von dem der Hamburger Orientwissenschaftler ebenso wie das Auswärtige Amt nichts wissen will, ein Antisemitismus, der Berliner Juden einschüchtert und quält, während er Israel und die Welt gefährdet.
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Markus
am
4.1.08
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Donnerstag, 11. Oktober 2007
Israel nach Alaska oder doch Schleswig-Holstein?
Es hat schon mehrere "Ideen" und "Vorschläge" gegeben, wo die Juden leben sollen. Natürlich kamen diese eher von den judenfeindlichen Gruppierungen, aber auch Theodor Herzl macht sich in seinem Buch "De Judenstaat" (bekommt man hier als Word-Dokument) Gedanken, wo Israel sein Heimatland errichten soll. Für ihn kam auch Argentinien in Betracht.
Nun hat der iranische Präsident Ahmadinedschad das Thema neu aufgegriffen. Bei einer Ansprache anläßlich des alljährlichen Kuds-Tag, an dem Iraner ihre Solidarität mit den Palästinensern demonstrieren, sagte er:
"Die Welt solle nicht meinen, dass der Iran oder andere Länder "ihre Hände von der Kehle der Zionisten und ihrer Anhänger nehmen", so Ahmadinedschad. Er fügte hinzu: "Die Europäer wollen die zionistische Herrschaft in ihrer eigenen Region nicht ertragen, aber dem Nahen Osten aufzwingen. Gebt ihnen das weite Land von Kanada und Alaska, damit sie sich dort ansiedeln können."
Bereits früher hatte der iranische Präsident eine Verlegung des jüdischen Staates nach Schleswig-Holstein gefordert.
aus factum: Ahmadinedschad: Israel nach Alaska verlegen
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Markus
am
11.10.07
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