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Donnerstag, 3. Januar 2008

Kerner bewertet Herman-Rauswurf als Fehler

ZDF-Moderator Johannes B. Kerner bewertet den Rauswurf der früheren „Tagesschau“-Sprecherin Eva Herman (Hamburg) aus seiner Sendung am 9. Oktober nachträglich als einen Fehler.
Er hatte Eva Hermann vor laufenden Kameras nach 50 Minuten seiner Talkshow vor die Tür gesetzt. Zuvor hatte er sie immer wieder gefragt, ob sie ihre Äußerungen zu den familiären Werten im Nationalsozialismus heute so wiederholen würde. Herman antwortete, dass man nicht mehr über deutsche Geschichte reden könne, ohne sich zu gefährden. Daraufhin sagte Kerner: „Ich entscheide mich für die anderen drei Gäste und verabschiede mich von Eva Herman.“ Im Rückblick sagte Kerner jetzt der Süddeutschen: „Als Eva Herman gehen wollte, hätte ich sagen können: Nein, nein, bleib hier. Hier fliegt keiner raus.“ Das Konzept der Sendung sei damals „redaktionell nicht zu Ende gedacht“ worden. „Wir hatten so eine Reaktion von ihr nicht auf dem Zettel“, sagte Kerner.

Die SZ fragt: Und Eva Herman hätte wohl eine Entschuldigung liefern sollen, eine reflektierte Sicht auf Ihre Aussage zu den Müttern im Dritten Reich und den Müttern von heute?
Kerner antwortet: Ich habe mit der Sendung nur das Beste gewollt, aber es ist nicht das Richtige dabei herausgekommen. Das bedauere ich sehr.

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Montag, 22. Oktober 2007

Käßmann über Ehe, Evangelikale und volle Kirchen

Nicht immer leben, schreiben und reden die Christen in hohen und verantwortlichen Positionen so, wie man das selber gerne hätte. Schnell kann dann eine Ablehnung oder gar Arroganz entstehen.
Wir sollten aber den Einfluss dieser Menschen nicht unterschätzen und sie unterstützen - z.B. für sie beten - soweit es geht. Und sie auch durchaus kritisch begleiten.

Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann äußert sich in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" zum "Leitbild von Ehe und Familie", zu "fundamentalistischen Strömungen" und vollen Kirchen, auch in Deutschland.

Sie hält die neue Flut anti-religiöser Publikationen und Strömungen insbesondere in den USA für eine Reaktion auf "fundamentalistische Strömungen in den Kirchen. Der neue Atheismus hat wahrscheinlich mit Befürchtungen vor einer Re-Klerikalisierung zu tun, Angst vor zu viel Einfluss der Religion im Staat. Ich halte die Trennung von Staat und Kirche für den richtigen Weg in einer Demokratie", so Käßmann. (...)

In Deutschland könne jedoch keine Rede davon sein, dass die Evangelikalen maßgeblich zu vollen Kirchen beitrügen. "Das Gerede über die ganz leeren Kirchen entspricht doch gar nicht überall der Wirklichkeit. Ja, die Treuen gibt es unter den so genannten Evangelikalen, aber wir haben auch im Bereich der ganz normalen Volkskirche Menschen, die sich treu zu ihrer Kirche halten und durchaus Wachstumsbereiche, nicht nur zu Weihnachten, auch etwa bei Schulgottesdiensten", sagte die Bischöfin gegenüber Dagmar von Taube und Gernot Facius. Den Menschen werde zunehmend klar, dass es nicht primär darum gehe, ob ihnen der Gottesdienst etwas bringt, sondern darum, dass sie sich einbringen in die Gemeinschaft der Christen.

Die Bischöfin hatte sich im Mai diesen Jahres von ihrem Mann scheiden lassen, was in der Öffentlichkeit breit diskutiert wurde. Gegenüber der "Welt am Sonntag" sagte sie: "Ich stehe zum Leitbild Ehe und Familie. Ich habe vier Kinder groß gezogen, war 26 Jahre verheiratet und halte die Ehe für eine gute Institution." In den reformatorischen Kirchen sei die Ehe kein Sakrament, trotzdem ist sie für Käßmann kein "Firlefanz". Zu ihrer Scheidung sagte die Bischöfin: "Wenn Zwei nicht mehr aneinander wachsen, sondern sich gegenseitig kleiner machen, kann es nicht Gottes Wille sein, dass ein Zusammenbleiben erzwungen wird."

Auch zum Thema Kindererziehung bezog Käßmann Stellung: "Mir scheint wichtig für die Kinderfreundlichkeit im Land, dass unterschiedliche Lebensentwürfe nicht gegeneinander ausgespielt werden." Auch ihr seien wegen ihrer Berufstätigkeit häufig Vorwürfe "von außen" gemacht worden, erzählt Käßmann. Die Vereinbarung von Familie und Karriere koste viel Kraft. "Da braucht eine Frau nicht noch Vorwürfe", so die Bischöfin.

In diesem Zusammenhang bezeichnete sie die Diskussion um die von der ehemaligen Fernsehmoderatorin und Buchautorin Eva Herman vertretenen Thesen über Kindererziehung als "Schwarz-Weiß-Denken", das nicht der "Realität von Familien" entspreche. Man müsse aufhören, "die Krippendiskussion so zu führen, als ginge es um eine Zwangsbeglückung à la DDR". Besonders für vernachlässigte Kinder sei eine frühe Förderung ihrer Sprach- und Sozialkompetenz von enormer Bedeutung.

Käßmann sieht es als eine Aufgaben der Kirche an, Probleme zu benennen. Die Kinderbetreuung vor der Einschulung ist dabei für die Bischöfin ein zentraler Punkt. Gleichzeitig erwarte sie "mehr gesellschaftliches Engagement". Der Durchschnittsbürger konsumiere 220 Minuten Fernsehen pro Tag, aber es werde nicht wahrgenommen, dass in der Nachbarschaft ein Mensch auf Besuch wartet oder gar ein Kind verhungere. Aus diesem Grund plädiert die Bischöfin für eine "Kultur der Achtsamkeit" oder schlicht "mehr Nächstenliebe".

aus Medienmagazin "pro"Käßmann über Ehe, Evangelikale und volle Kirchen

Interview mit Margot Käßmann in der "Welt"

Gerade zum Thema "Familie" un "Ehe" hätte ich mir von der Bischöfin eine klarere Position gewünscht. Das hört sich zu sehr nach dem allgemeinen Gerede an.

Und eine "Kultur der Achtsamkeit" und "schlicht mehr Nächstenliebe" kommen auch nicht von alleine, sondern brauchen eine Quelle, die die Bischöfin kennt und auch benennen sollte.

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Montag, 15. Oktober 2007

Johannes B. Kerner beleidigt Mütter und leitet Laiengerichtshof

Ich habe den Beitrag selber leider nicht gesehen, sondern nur die Pressereaktionen verfolgt. Und da ging es fast ausschließlich um den Rauswurf Eva Hermans.
Dass der ansonsten
so beliebte und - auch von mir - anerkannte Moderator sich Ausrutscher leistet, ist interessant zu hören und wird in der "normalen" Presse totgeschwiegen.

ZDF-Moderator Kerner hat in der umstrittenen Sendung am 9. Oktober 2007 in der Auseinandersetzung mit der Buchautorin Eva Herman gesagt: "Was ist denn die wahre Bestimmung der Weiblichkeit – [das] ist doch nicht zu Hause zu sitzen und die Kinder großzuziehen, sondern die wahre Bestimmung der Weiblichkeit ist doch, ein voll anerkanntes Mitglied einer Gesellschaft zu sein."

Dies hat die Initiative "Familiennetzwerk Deutschland" scharf kritisiert:
"So viel Verachtung gegenüber Müttern ist uns selten entgegen geschlagen. Mütter leisten einen unersetzlichen Dienst, um ihre Kinder optimal auf das Leben vorzubereiten. Und nun müssen sie sich von einem Fernsehmoderator anhören, sie säßen zuhause und seien keine voll anerkannten Mitglieder der Gesellschaft".


aus Medienmagazin "pro" Familiennetzwerk: Johannes B. Kerner beleidigt Mütter

IDEA zitiert (in einem sehr umfassenden und guten Artikel) die "Süddeutsche Zeitung", die erst von einem Volksgerichtshof und später von einem Laiengerichtshof spricht. Hier wird klar, dass Eva Herman ganz bewußt in eine falsche Ecke gedrängt wurde.

Selten gingen die öffentliche und die veröffentliche Meinung so auseinander:

"Das Volk denkt übrigens anders. Eva Herman hat nach eigenen Angaben inzwischen über 12.000 Mails bekommen, fast durchweg unterstützend. Alle Internetumfragen haben ein klares Ergebnis pro Herman und kontra Kerner ergeben, meistens mit einer Quote von über 60:40. Und bei einer Telefonumfrage des Nachrichtensenders ntv sagten sogar 87%, dass es falsch war, die Fernsehmoderatorin aus der Sendung zu schmeißen."
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Donnerstag, 11. Oktober 2007

HERMAN-RAUSWURF BEI KERNER

Eva Herman ist bei Johannes B.Kerner aus der Talkshow rausgeflogen, weil sie sich weigerte, ihre Position (siehe Artikel im Spiegel ) zu revidieren.
Die anderen Talkgäste (Senta Berger, Margarethe Schreinemakers und Mario Barth) reagierten mit Empörung und Unverständnis. Doch Kerner ließ nicht locker.
Während viele Kommentatoren es sich einfach machen und auf den gängigen Welle der Vorurteile gegen Eva Herman mitreiten, hat der Spiegel in Gestalt des Kommentators Henryk M. Broder eine andere, differenziertere Position.

Das christliche Magazin "Pro" fasst die Ereignisse noch einmal gut zusammen.
Und siehe auch Längste Antifa-Sitzung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen im Magazin IDEA.

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